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Viehfahrer ? - wieso, warum, weshalb ......, was machen die denn so? ...... Es ist sicher nicht jedermanns Sache mitten in der Nacht und bei jedem
Wetter mit dem LKW zu den Bauern rauszufahren und Rinder oder Schweine “einzusammeln” und diese frühmorgens in den Schlachthof zu bringen. Unter Umständen muss der Bauer erst mal gesucht werden (um 2 Uhr morgens ist da
schlecht jemand zu fragen), der Bauer liegt möglicherweise noch im Bett und muss erst mal aufgeweckt werden (was, du bist schon da?!), die Tiere wollen nicht so recht raus aus dem Stall und auf den Laster, mit Erfahrung
und vor allem Ruhe, kann man die Tiere aber eigentlich immer davon überzeugen, dass es nicht hilft einzusteigen. Transportlisten müssen geschrieben werden, Rinderpässe eingesammelt werden und Ohrmarkennummern verglichen
werden, damit die Pässe auch zu den geladenen Tieren gehören. Im Schlachthof angekommen ist man froh, gleich abladen zu können, der Laster muss gewaschen und desinfiziert werden und schon gehts zur nächsten Tour. Der
Fahrer sollte perfekt LKW fahren können, da es in manchen Höfen verdammt eng ist und die LKWs aus wirtschaftlichen Gründen immer grösser werden. Seitdem 1998 der Sachkundenachweis für Fahrer von Tiertransporten
eingeführt worden ist, muss der Fahrer beim Laden entscheiden, ob das Tier transportfähig ist, oder ob er es nicht mitnehmen darf. Der Ärger mit den Veterinären im Schlachthof ist dabei fast vorprogrammiert, da man das
Tier ja nicht fragen kann, wie es ihm geht, bzw. ob es Schmerzen hat. Bei 80 zu ladenden Schweinen ist es schwer, den Landwirt davon zu überzeugen, dass man eins nicht mitnehmen darf und man kann darauf warten,
dass dieser den Chef anruft, und meckert - der Fahrer steht da immer dazwischen. Da es bei kranken Tieren auch für den Landwirt Ärger gibt, lernen die Landwirte zurzeit, dass sie nicht alles, z.B. wenn das Tier
nicht mehr laufen kann, mitgeben können. Der Fahrer hat dadurch den Vorteil, dass er die Tiere dann nicht mehr vom Laster hinunter zu ziehen braucht, wenn diese dann im Schlachthof nicht mehr aufstehen können.
Eigentlich alle meiner Kollegen sind durchaus auf das Wohl der Tiere bedacht und achten darauf, dass die Tiere wohlbehalten im Schlachthof ankommen (auch wenn das manche ahnungslose Tierschützer anders sehen). Ohne
einen gewissen Bezug zu den Tieren und Verständnis für die Tiere kann mann den Job sowieso nicht machen. Insgesamt macht es aber Spass, zu den Landwirten zu kommen, viel zu sehen und zu
erfahren, mit Tieren umzugehen und es ist sicher schöner als im Büro (wo ich leider auch manchmal sein muß). Da ich früher nur Schweine gefahren habe, bin ich zig Male davor gewarnt worden, wie gefährlich Grossvieh
fahren ist, vor allem Bullen. Inzwischen stelle ich aber fest, dass Rindviecher fahren eigentlich fast schöner ist, was viele Grossvieh-Fahrer auch so sehen. Angst vor den Tieren sollte man nicht haben aber ein gewisser
Respekt ist schon sehr angebracht, denn gefährlich kann es teilweise schon werden, da die Tiere ungleich mehr Kraft haben als Menschen. Zusätzlich zum Sachkundenachweis für Fahrer braucht ein
Unternehmer noch eine Erlaubnis vom Veterinäramt des zuständigen Landkreises (dabei wird auch der/die Transportfahrzeug/e begutachtet und sozusagen abgenommen), sowie eine Zulassung als Güterkraftverkehrsunternehmer,
sofern er als Spedition für fremde Auftraggeber fährt, sozusagen die Tiere nicht ihm gehören, anders wie z.B. bei Viehhändlern oder Schlachthöfen mit eigenen Fahrern, dort läuft das dann unter Werkverkehr.
Was Viehfahrer alles wissen müssen: Tierschutzgesetz, Viehverkehrsverordnung, Tierschutztransportverordnung, EG-VO 1/2005, Tierschutzschlachtverordnung,
Güterkraftverkehrsgesetz, Lenk- und Ruhezeiten, LKW-Maut... |